Weingarten - Wie entsteht ein Kalender (Teil 1)

Wie entsteht eigentlich ein Kalender? 

Ein Blogbeitrag über die Suche nach Motiven, Ideen – und ihre Umsetzung.


Gerade in den Bereichen Kunst und Fotografie hat sich das WeingARTen - Kalendersortiment in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Mit viel Liebe zum Detail ausgewählte Motive in vielen verschiedenen Formaten, spannende Künstler, kreative Ideen: WeingARTen hat ein sehr breit gefächertes Sortiment. Aber – wie kommt das eigentlich zustande? Wer kümmert sich um die Auswahl der Motive, wer hat die guten Einfälle? Im ersten Teil unserer Blogreihe zum Thema „Wie entsteht ein Kalender“ haben wir Frau Dr. Sandra Ruff über die Schulter geschaut, die seit fast 30 Jahren für die Redaktion der WeingARTen-Kalender zuständig ist. 


Schöne Kalender sind einfach ein Augenschmaus. Und manche Kalender sind wahre Kleinode. 

„Inspiration? Die holen wir uns überall her. Wir legen quasi schon für die neue Kollektion los, noch bevor wir die alte abgeschlossen haben!“ Sandra Ruff lacht. Sie ist eine leidenschaftliche "Kalender-Macherin", wie sie selbst es nennt, und geht gerne auf die Suche. „Wir sind andauernd in Kontakt mit unseren Fotografen, gehen auf Messen wie die Trendset, die Paperworld, die Buchmesse. Aber auch Social Media-Kanäle wie Instagram sind natürlich heutzutage Ideengeber.“ Was bewegt die Menschen? Was ist ein Thema für die Zukunft? „Wir bereiten die Kalender im zwei-Jahres-Rhythmus vor. Im Januar 2019 hatten wir zum Beispiel die erste Brainstorming-Runde für die Kalenderauswahl 2021. Da sind nicht nur wir Redakteurinnen, sondern auch die Kollegen vom Atelier, die für die Layouts zuständig sind, dabei. Das weitet den Blick – eine gemischte Runde aus Frauen und Männern, aus Grafikern und Redakteuren.“


Ihre langjährige Erfahrung lässt Ruff schnell erkennen, welche Themen unbedingt auf den Tisch gehören – und welche vielleicht eher darunter fallen sollten. „Meistens trügt der erste Eindruck nicht. Wenn man bei einem Thema ein gutes Gefühl hat und dann auch noch schnell gutes Fotomaterial dazu findet, wird es fast immer umgesetzt.“ Manchmal, erzählt Sandra Ruff, bekommen Ideen auch eine zweite Chance. „Kalender sind ein emotionales Produkt. Also trifft man auch seine Auswahl emotional. Und wie so oft im Leben sind dabei die ersten Reaktionen vielleicht nicht immer die richtigen. Deswegen lassen wir die Ideen immer ein, zwei Tage ruhen, nehmen sie dann nochmal unter die Lupe. In meinem Fall komme ich zwar zu 90% wieder auf die gleichen Bilder wie bei der Erstauswahl – aber es tut gut, sich darin noch einmal zu bestärken.“


Weingarten Redaktion

(von links Benjamin Benzinger (Grafiker), Tanja Konrad (Redaktion), Sandra Ruff (Redaktion), Achim Natzeck (Grafiker))


Kalender sind ein emotionales Produkt. Also trifft man auch seine Auswahl emotional.

Wovon hängt es also ab, welche Kalendermotive in die Auswahl aufgenommen werden?

Nun, zunächst braucht es einen guten Einfall – und dazu konkrete Beispielbilder, die in der Runde präsentiert werden. Spricht das Thema alle an, bekommt es den Zuschlag – und es wird weiter überlegt. In welchem Format wirken die Bilder am besten? Soll es eher ein großer, repräsentativer Kalender im Posterformat werden oder sind die Bilder im Kleinformat aussagekräftiger? Welche Zielgruppe könnte diesen Kalender kaufen – und wie kommt man der Zielgruppe entgegen? „Redaktion, Grafik, Vertrieb und Geschäftsführung arbeiten hier Hand in Hand“, erzählt Sandra Ruff.  Sind die Motive gesetzt, geht es an die Umsetzung. Und dabei, so Sandra Ruff, ist jeder Redakteur „Mädchen für alles“. „Bei der Kalenderkonzeption gibt es keine eigene Bezeichnung auf der Visitenkarte – wir sind alle für alles zuständig. Alles, was von der Geburt der Idee bis zur letzten Ausführung passiert, geht über unseren Tisch und wir sind dafür verantwortlich.


Der Kontakt zu den Künstlern ist genauso wichtig wie die richtige Auswahl und Platzierung der Bilder. „In der Regel ist man für den Kalender verantwortlich, den man als Vorschlag eingebracht hat. Die Bildauswahl trifft man dann alleine, entsprechend dem roten Faden, den man für seinen Kalender im Kopf hat. Gut, es gibt ein paar ungeschriebene Gesetze darüber, was man bei der Auswahl beachten muss: Wenn es ein Fotokalender ist, müssen zum Beispiel die Jahreszeiten präsentiert werden, es sollten keine zwei ähnlichen Stimmungen hintereinander auftauchen, bei Naturkalendern sollten Flora und Fauna abgebildet sein. Bei Kunstkalendern sollte man die unterschiedlichen schöpferischen Perioden des Künstlers abdecken. Aber letztlich kommt es auf das richtige Gespür an, auf das glückliche Händchen bei der Zusammenstellung der Motive, ob ein Kalender am Schluss schön ist.“ 


Anders sein, etwas schaffen, das keiner erwartet. Jedes Jahr eine kleine Perle, egal wie erfolgreich sie ist.

Weingarten Edition 2020

Immer wieder kommen dabei Überraschungen heraus. Ideen, die man so noch nicht gesehen hat. Fantastische neue Bilder. „Das erste Brainstorming macht eigentlich am meisten Spaß, da kommen die spannenden, neuen Themen. Ich mache seit so vielen Jahren Kalender, dass ich oft denke: Oh Gott, ich habe eigentlich alles schon probiert. Umso schöner ist es, wenn die Kollegen mit frischem Kopf in die Runde kommen und einen anderen, neuen Blickwinkel auf die Dinge zeigen. Ein tolles Beispiel ist unser 'Corvus' – Kalender für 2020 mit Rabenillustrationen. Der ist etwas völlig anderes – und wunderschön. Wirklich etwas besonderes. Das ist es, was wir bei WeingARTen versuchen: Anders zu sein, etwas zu schaffen, das keiner erwartet. Jedes Jahr eine kleine Perle, egal wie erfolgreich sie ist.“ 


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